<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>folgend.es</title><link>https://folgend.es/</link><description>Von Göttern, Welten und Maschinen</description><generator>Hugo</generator><language>de-DE</language><atom:link href="https://folgend.es/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><lastBuildDate>Sun, 20 Sep 2026 08:30:00 +0200</lastBuildDate><item><title>Über Flatrates</title><link>https://folgend.es/2026/09/ueber-flatrates/</link><pubDate>Sun, 20 Sep 2026 08:30:00 +0200</pubDate><author>Dirk</author><category>Gesellschaft</category><guid>https://folgend.es/2026/09/ueber-flatrates/</guid><description>&lt;p&gt;Ich bin gerade umgezogen und habe noch Umzugskisten der mittlerweile verschwundenen Baumarktkette Praktiker mit der Aufschrift: &amp;ldquo;Hier spricht der Preis!&amp;rdquo;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Slogan kam 2006 heraus und ist gealtert wie gute Vollmilch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vier Jahre zuvor hatte Jung von Matt schon &amp;ldquo;Geiz ist geil&amp;rdquo; für Saturn getextet. Ich verbinde diese Zeit also mit der gesellschaftlichen Tendenz, nur den Preis und nicht das Preis-Leistungs-Verhältnis zu optimieren, also quasi die Antithese von &amp;ldquo;Wer billig kauft, kauft zweimal.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;2013 sprach dann der Markt und machte aus der Baumarktkette einen Theoretiker ohne Tiernahrung.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="fast-forward-zu-2026"&gt;Fast forward zu 2026&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Musik ist flat, Filme sind flat, Kommunikation auch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&lt;a href="https://folgend.es/2026/09/ki-und-die-massen/"&gt;Marlenes Ausführungen&lt;/a&gt;&#10; in ihrem letzten Artikel haben, zusammen mit meinem Kartonstapel, meine Abneigung gegen Flatrates getriggert. Nicht, dass ich missverstanden werde: ich benutze Flatrates reichlich und sie sind per se erstmal nichts Schlechtes. Allerdings bringen sie nicht unbedingt das Beste aus dem Menschen hervor.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine These daher:&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="geizig-beim-preis-maßlos-beim-verbrauch"&gt;Geizig beim Preis, maßlos beim Verbrauch&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich will hier keine große Aufzählung machen von Dingen, die jeder kennt: Menschen in Video-Calls, die nicht mal auf den Screen gucken, Nutzung von ChatGPT für Grundrechenarten, und natürlich die Klassiker: All-inclusive-Urlaube auf Malle und der überflüssige vierte Gang am All-you-can-eat-Buffet.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einen Sonderpreis sollte man noch für Amazon Prime &amp;lsquo;Free Shipping&amp;rsquo; ausloben: Bestell drei, schick zwei zurück.&#10;Die Größenordnung hat auch jemand ausgerechnet:&#10;Die Forschungsgruppe Retourenforschung der Uni Bamberg rechnet für 2025 mit rund 550 Millionen Retourenpaketen in Deutschland, fast jedes vierte verschickte Paket. Ihr Vorschlag: eine Paketsteuer. Also genau das, was Free Shipping wegdefiniert hat - ein Preis pro Stück.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Maßlosigkeit zwingt Teile der Industrie, zurückzurudern und ihre Flatrate-Modelle anzupassen, weil die Menschen dazu tendieren, sich völlig unverantwortlich zu verhalten, wenn es keine Mehrkosten verursacht: All-you-can-eat-Buffets lassen sich Reste bezahlen, &amp;lsquo;unlimited cloud storage&amp;rsquo; ist nicht mehr unlimited, KI-Firmen deckeln den Token-Verbrauch. Sam Altman weiß vermutlich selbst nicht, welches seiner Flatrate-Modelle gerade das meiste Investorengeld verbrennt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ja, Musik-Streaming ist ein offensichtliches Beispiel:&lt;/p&gt;&#10;&lt;ul&gt;&#10;&lt;li&gt;wenn man den Preis vom Werk trennt, nimmt man der Musik ihren Wert&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;wenn man den Zugang allgegenwärtig macht, nimmt man dem Hören seinen Ort und seine Zeit&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;und wenn alles gleichzeitig verfügbar ist, ist nichts mehr besonders.&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ul&gt;&#10;&lt;p&gt;Was übrig bleibt, ist Entscheidungslähmung, Aufmerksamkeits-Sättigung und vor allem - achtloser Überfluss.&lt;/p&gt;&#10;</description></item><item><title>KI und die Massen</title><link>https://folgend.es/2026/09/ki-und-die-massen/</link><pubDate>Wed, 16 Sep 2026 09:00:00 +0200</pubDate><author>Marlene</author><category>KI</category><guid>https://folgend.es/2026/09/ki-und-die-massen/</guid><description>&lt;p&gt;Letzte Woche hat Dirk in seinem Text zu der Frage, ob &lt;a href="https://folgend.es/2026/09/wird-ki/"&gt;KI die Menschheit auslöschen&lt;/a&gt;&#10; wird, den Satz geschrieben:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;„Es gibt nur zunehmend menschlicher wirkende und sehr smarte Software, die der breiten Öffentlichkeit - ohne Not! - für wenig oder kein Geld zur Verfügung gestellt wird.“&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Den Aspekt „ohne Not!“ möchte ich gerne noch einmal aufgreifen. Denn die Frage, warum eigentlich jede/r Zugriff auf KI-Tools haben soll, obwohl deren Nutzung mit diversen Risiken und Nebenwirkungen verbunden ist, wird, meiner Meinung nach, viel zu selten gestellt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="über-nacht-ein-publikumsliebling"&gt;Über Nacht ein Publikumsliebling&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Als OpenAI ChatGPT im November 2022 gelauncht hat, war sich das Unternehmen nicht darüber im Klaren, was der Chatbot alles kann bzw. wofür Menschen ihn einsetzen würden. Um die Interaktion zwischen Mensch und Maschine besser verstehen zu können, machte OpenAI ChatGPT darum im Rahmen einer Testphase &lt;a href="https://openai.com/de-DE/index/chatgpt/" target="_blank" rel="noopener"&gt;kostenlos zugänglich&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10;. Dass sich das Tool quasi über Nacht zu einem solchen Hit entwickeln würde, sorgte bei dessen Entwicklern allerdings für einige Überraschungen. Denn dass sich auch Otto-Normalnutzer für die Interaktion mit der KI interessieren würden, hatte OpenAI vorab so &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=8H-L_9SIpoo&amp;amp;t=705s" target="_blank" rel="noopener"&gt;schlicht nicht kommen sehen&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10;. Und obwohl OpenAI zunächst große Mühe damit hatte, die explodierende Anzahl von Anfragen serverseitig zu handeln, stoppten die Entwickler das unfreiwillig großangelegte Experiment damals nicht. Denn schließlich war die Konkurrenz (Google und Co.) ja ebenfalls bereits dabei, Chatbots zu bauen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hätte OpenAI, hätte die Konkurrenz aber die Mensch-Maschine-Interaktion auch anders erforschen und die eignen Modelle weiterentwickeln können? Etwa „im Labor“? Mit Testgruppen und unter kontrollierten Bedingungen? Ich behaupte: ja; aber natürlich hätte das ungleich länger gedauert und im KI-Wettbewerb geht es, zumindest für die Konkurrenten, ja unter anderem auch um Schnelligkeit.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wofür verwenden die „Otto-Normalnutzer“ den Chatbot nun aber? Die Verwendungszwecke sind vielfältig: als Hausaufgaben-Helfer, als Recherche-Tool, als psychologischen Berater, zum Erstellen von (Fake)-Content, als Freund und für vielerlei mehr. Was dabei interessant ist: Laut &lt;a href="https://openai.com/de-DE/signals/research/2026q1-update/" target="_blank" rel="noopener"&gt;aktuellen Zahlen von OpenAI&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10; drehen sich 70 Prozent der ChatGPT-Anfragen um Themen aus dem nicht-arbeitsbezogenen, also privaten Bereich. Nur noch 30 Prozent der Anfragen beziehen sich auf Fragen und Aufgaben aus dem Arbeitskontext der Nutzer. Noch 2024 lag der Anteil dieser Art von Anfragen an ChatGPT über dem Anteil der nicht-arbeitsbezogenen Nachrichten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;In Deutschland nutzen &lt;a href="https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Kuenstliche-Intelligenz-in-Deutschland" target="_blank" rel="noopener"&gt;aktuell zwei Drittel der Bevölkerung&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10; generative KI mindestens hin und wieder. 2024 lag dieser Anteil noch bei 40 Prozent. Zudem hat inzwischen jedes dritte Unternehmen KI-Tools im Einsatz. Das zeigt, dass die Technologie auch hier in den Mainstream übergegangen ist. Interessant hierbei wiederum ist: Nur &lt;a href="https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Kuenstliche-Intelligenz-in-Deutschland" target="_blank" rel="noopener"&gt;acht Prozent&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10; der Nutzer verfügen privat über ein kostenpflichtiges Abo eines der Anbieter am Markt. Weltweit sieht das &lt;a href="https://medium.com/write-a-catalyst/0-3-of-the-world-pays-for-ai-and-6-billion-dont-know-what-it-is-7e903900df71" target="_blank" rel="noopener"&gt;nicht anders&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10; aus. Der Großteil der User nutzt KI-Tools also, &lt;em&gt;ohne&lt;/em&gt; etwas dafür zu bezahlen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="warum-es-ein-problem-ist-dass-jeder-ki-tools-nutzen-kann"&gt;Warum es ein Problem ist, dass jeder KI-Tools nutzen kann&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;70 Prozent der Deutschen, die KI nutzen, geben an, dass die Technologie ihnen &lt;a href="https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Kuenstliche-Intelligenz-in-Deutschland" target="_blank" rel="noopener"&gt;das Leben leichter macht&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10;. Diejenigen, die KI nicht nutzen, teilen diese Ansicht hingegen nur bedingt; bei ihnen überwiegt die Angst vor KI. Ich persönlich habe wenig Angst davor, dass die KI mich selbst irgendwann auslöscht, aber ich teile auch den uneingeschränkten Optimismus in Bezug auf KI und ihre Potenziale nicht. Tatsächlich halte ich es, je länger ich verfolge, was Menschen mit KI tun, nicht für notwendig bzw. sogar für problematisch, dass KI-Tools kostenfrei der breiten Masse zur Verfügung gestellt werden. Hier sind ein paar ausgewählte Gründe:&lt;/p&gt;&#10;&lt;h3 id="ai-slop-deepfakes-und-fake-news-non-stop"&gt;AI Slop, Deepfakes und Fake News non-stop&lt;/h3&gt;&#10;&lt;p&gt;Otto-Normalnutzer verwenden KI, wie beschrieben, übermäßig im privaten Bereich. Die Ergebnisse können wir in den sozialen Medien und auch in unseren Messenger-Apps, auf Firmenfeiern und auf Spotify „bewundern“. Wer unter uns hat bislang noch nie einen von einer KI geschriebenen und vertonten Mallorca-Song geschickt bekommen? Wer hat noch nie KI-generierte Bilder von Hans oder Franz im Eighties-Look im Feed gehabt? Wer musste noch nie einen KI-generierten Text lesen, dessen Inhalt alles andere als faktenbasiert war?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieser „AI Slop“ überflutet seit geraumer Zeit das Internet und kann, zum Teil noch immer kostenlos, von eben jenen Hans und Franz, von der AfD und Putin-Anhängern, von Donald Trump, von mir und dir, jederzeit und überall erstellt werden. Auch Fake-News sprießen noch ungehinderter und schneller aus dem Boden als es noch zu Pandemie-Zeiten der Fall war; die gut geölte Propaganda-Maschine arbeitet ohne Unterlass. Das Problem: Viele Menschen können Fake und Echt nicht mehr unterscheiden. &lt;em&gt;Ich habe es in einem Video gesehen, also muss es wahr sein.&lt;/em&gt; Für Demokratien birgt das, wir sehen es und sollten es auch aus der Vergangenheit wissen, große Gefahren.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und noch ein Problem: Die generierten Inhalte sind ästhetisch und inhaltlich in den allermeisten Fällen vollkommen anspruchslos, unkreativ, klischeehaft und eintönig. Das ist kein Wunder, denn Originalität ist ja nicht das Ziel. Weil es aber eine solche Flut dieser Slops gibt, ist das, was viele Menschen den ganzen Tag in ihren Feeds sehen, die logische Weiterentwicklung unserer kulturellen Verarmung, die mit der Herrschaft der Algorithmen ihren Lauf nahm.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ein noch schlimmeres Problem: Auch das Erstellen von Deepfake-Pornographie ist heute einfacher denn je. Sie wird, wir erinnern uns an den Anfang des Jahres und den Skandal um Elon Musks Chatbot Grok, von Menschen, vornehmlich Männern, ohne Scham bei Grok angefragt und im Internet veröffentlicht. Insbesondere für Kinder und Frauen bedeutet das eine Gefahrenquelle mehr.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h3 id="ressourcenverbrauch-non-stop"&gt;Ressourcenverbrauch non-stop&lt;/h3&gt;&#10;&lt;p&gt;Dass KI bzw. deren Rechenzentren einen &lt;a href="https://www.deutschlandfunk.de/kuenstliche-intelligenz-energieverbrauch-klimaschutz-nachhaltigkeit-umwelt-atomkraft-100.html" target="_blank" rel="noopener"&gt;enormen Ressourcenverbrauch&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10; haben, hat sich inzwischen herumgesprochen. Bei Textanfragen fällt dieser vergleichsweise gering aus, beim Generieren von Bildern, Videos und Musik wird deutlich mehr Energie benötigt. Eine Zahl, um nur einmal den Stromverbrauch von Rechenzentren greifbarer zu machen: Im Jahr 2025 haben alle KI-Rechenzentren weltweit 448 Terrawattstunden (TWh) Strom verbraucht. Der Stromverbrauch Deutschlands insgesamt lag, zum Vergleich, bei 466 TWh.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn wir nun noch einmal daran zurückdenken, &lt;em&gt;wofür&lt;/em&gt; der Großteil der Nutzer KI einsetzt, wofür also Unmengen von Ressourcen verbraucht werden, ist es fast schon irrwitzig, dass es bislang keine Regulierung oder Beschränkung für die Nutzung von KI durch die Massen gibt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h3 id="atrophie-im-gehirn"&gt;Atrophie im Gehirn&lt;/h3&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, ein Großteil der Menschen, die KI nutzen, finden, dass KI ihnen das Leben leichter macht. Aber ist das wirklich so? Natürlich kann KI mir beim Lernen, beim Verstehen komplexer Themen helfen - aber auch nur, wenn ich selbst dabei kritisch bleibe und hinterfrage. Natürlich kann mir die KI auch schnell einen Lebenslauf runter schreiben, meinen Essay überarbeiten - oder ihn eben gleich selbst schreiben. Die Qualität der Ergebnisse folgt dabei aber der bekannten Gleichung:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&lt;em&gt;shit in = shit out&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nicht alle Nutzer können beurteilen, ob das, was die KI erzeugt hat, wirklich gut oder richtig ist. _Es hat die KI gemacht, also muss es stimmen._Hinterfragen und Fakten checken sind schon jetzt zu Fähigkeiten geworden, die viel stärker ausgebildet werden müssten. Und: Der Traum, eines Tages all die „unangenehmen“ und „langweiligen“ Aufgaben an den KI-Agenten abzugeben, hat einen Preis: Die Atrophie unseres Hirns.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wir sollten viel öfter darüber sprechen, ob die uneingeschränkte Nutzung von KI durch die Massen wirklich notwendig ist. Inzwischen ist es aufgrund der enorm gestiegenen Nutzerzahlen und breiten Akzeptanz der Technologie natürlich ungleich schwerer geworden, diese Diskussion überhaupt zu führen. Doch wenn wir ehrlich sind, müssen nicht nur die KI-Systeme trainiert werden, um zuverlässigere Antworten zu geben. Auch wir brauchen Training, um vernünftig mit der Maschine und dem, was sie ausspuckt, umgehen zu lernen.&#10;Jede/r Einzelne von uns darf sich derweil zumindest diese Frage stellen: Was würde mir &lt;em&gt;wirklich&lt;/em&gt; fehlen, wenn ich ChatGPT und Co. nicht mehr nutzen könnte? Ich behaupte, für die meisten gilt: Nicht viel.&lt;/p&gt;&#10;</description></item><item><title>Wird KI die Menschheit auslöschen?</title><link>https://folgend.es/2026/09/wird-ki/</link><pubDate>Sun, 13 Sep 2026 09:30:00 +0200</pubDate><author>Dirk</author><category>KI</category><guid>https://folgend.es/2026/09/wird-ki/</guid><description>&lt;p&gt;Die kurze Antwort: nein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="aber-kann-ki-nicht-gefährlich-sein"&gt;Aber kann KI nicht gefährlich sein?&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, weil sie von Menschen gesteuert wird.&#10;Aber es gibt keinen Deus ex Machina, der uns Skynet-artig auslöschen will.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Es gibt nur zunehmend menschlicher wirkende und sehr smarte Software, die der breiten Öffentlichkeit - ohne Not! - für wenig oder kein Geld zur Verfügung gestellt wird.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und natürlich gibt es Akteure, die Interesse daran haben, diese Systeme auszunutzen und für ihre finanziellen oder geopolitischen Interessen zu missbrauchen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dass die Frage - und die &lt;a href="https://x.com/EvanHub/status/2097497037956891126" target="_blank" rel="noopener"&gt;10%-Antwort von Anthropics Alignment-Chef Evan Hubinger nach dem öffentlichen Rücktritt eines Kollegen&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10; - überhaupt aufkommt, hat vornehmlich zwei Gründe:&lt;/p&gt;&#10;&lt;ol&gt;&#10;&lt;li&gt;das negativ verstärkte Storytelling insbesondere über Social Media, das in den Journalismus überspringt&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;die Börse, und deren Effekt auf Menschen und Unternehmen.&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ol&gt;&#10;&lt;p&gt;Fangen wir mal mit dem zweiten Punkt an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="wie-funktioniert-die-börse"&gt;Wie funktioniert die Börse?&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Die für diesen Diskurs wichtigen zwei Aspekte sind die folgenden:&lt;/p&gt;&#10;&lt;ul&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;em&gt;ein Unternehmen, das an die Börse geht, tauscht seinen Unternehmenszweck gegen Monetarisierung über den Aktienmarkt.&lt;/em&gt; Ab Börsengang ist nicht mehr entscheidend, was die Firma herstellt (egal ob Waffen oder Babynahrung), sondern wie die Anleger ihr Geld zurückbekommen. Der gleiche Effekt greift schon deutlich vor dem Börsengang in Vorbereitung durch die Seed (Startkapital) Investoren, die über den Börsengang ausbezahlt werden. Dazu geben die Gründer einen signifikanten Teil des Unternehmens an eben diese Investoren ab. &lt;em&gt;Aber warum gibt man freiwillig einen Teil seines Unternehmens ab?&lt;/em&gt;&lt;/li&gt;&#10;&lt;li&gt;&lt;em&gt;Weil das Unternehmen unnatürlich schnell wachsen muss, um mögliche Konkurrenten früh und nachhaltig auszuschalten.&lt;/em&gt; In diesem &amp;lsquo;Blitz-Scaling&amp;rsquo; genannten Prozess gibt das Unternehmen sein Produkt für kein oder kleines Geld an den Verbraucher ab, um Konkurrenten von vornherein zu unterbieten und möglichst viel vom Markt möglichst schnell klarzumachen. Dabei wird billigend in Kauf genommen, dass das Unternehmen über Jahre nicht nur keinen Gewinn macht, sondern im Gegenteil schwere Verluste einfährt. Ein prominentes Beispiel ist Spotify, das über ein Jahrzehnt millionenschwere Verluste eingefahren hat und erst 2024 profitabel wurde, jetzt den Streaming Markt dominiert und langsam die Preise hochfährt.&lt;/li&gt;&#10;&lt;/ul&gt;&#10;&lt;h2 id="im-falle-spotify-reden-wir-von-millionen-im-falle-ki-von-milliarden"&gt;Im Falle Spotify reden wir von Millionen; im Falle KI von Milliarden.&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Hier gibt es (meines Wissens das erste Mal) gleich mehrere Unternehmen, die parallel blitzskalieren, und deren Unternehmensbewertung (wohlgemerkt vor Börsengang!) im dreistelligen Milliardenbereich liegt. Stand heute liegt OpenAI (ChatGPT) mit 852 Milliarden Dollar knapp hinter Anthropic (Claude) mit 965 Milliarden, während das europäische Mistral (Le Chat, das kaum einer kennt) mit &amp;rsquo;nur&amp;rsquo; 24 Milliarden so vor sich hin dümpelt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Um diese (seien wir ehrlich) obszöne Unternehmensbewertung zu rechtfertigen, braucht man eine verdammt gute Story - womit wir zu Punkt 1 kämen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="die-story"&gt;Die Story&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Oh, und die Story ist so gut!&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeder trägt seinen Teil dazu bei, und jeder gewinnt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die sogenannten Frontier-Modell-Hersteller nehmen billigend in Kauf, dass ihre Agenten (also Software) in andere Systeme einbrechen, und reihenweise wird darüber berichtet. Im Falle von OpenAI wurde das von den Testern sicher nicht so programmiert, aber doch durch unscharfe Aufgabenstellung und abgeschaltete Sicherheitsfilter erst ermöglicht. Im Falle von Anthropic hatte Claude während Tests unautorisierten Zugriff auf externe Systeme — aufgrund eines Missverständnisses zwischen Anthropic und einem externen Evaluationspartner.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Währenddessen rufen die KI-Unternehmen nach mehr Regulierung für die eigene Branche und fordern ihre Konkurrenten während des Überholens zum Bremsen auf. KI-Ingenieure wechseln von einer Firma zur anderen und verbessern ihre Position, beteiligte Unternehmen gewinnen in der Aufmerksamkeits-Ökonomie, &amp;lsquo;Täter&amp;rsquo; wie &amp;lsquo;Opfer&amp;rsquo;.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und damit das alles auch seine Richtigkeit hat, berichten &lt;a href="https://www.bbc.com/news/articles/c1kx0gyje9wo" target="_blank" rel="noopener"&gt;die BBC&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10; und &lt;a href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/anthropic-openai-spacexai-eskaliert-jetzt-die-ki-krise-a-718c08cc-db04-4074-b4e7-c2b91e33617b" target="_blank" rel="noopener"&gt;andere&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10; brav (und gerne auch hinter der Paywall) und machen das alles jetzt hoffähig.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Aber jetzt kommen wir zu der wirklichen Gefahr:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;KI-Systeme, namentlich die großen Sprachmodelle (LLMs) sind schon wirklich pfiffige Programme und in der Lage, selbst Programme zu entwickeln und zu starten - zumindest, wenn man ihnen die Zugriffsrechte dafür gibt. Ein gutes (also schlechtes) Beispiel dafür ist OpenClaw - ein Programm, bei dem man einem LLM kompletten Zugriff auf alle seine eigenen Rechner gibt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ist das wirklich eine gute Idee?&lt;/em&gt; Fand OpenAI schon und hat den Entwickler später für teuer Geld eingestellt, weil solche Leute braucht man halt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="aber-nach-wie-vor-ist-nicht-die-technologie-die-gefahr"&gt;Aber nach wie vor ist nicht die Technologie die Gefahr&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;sondern die durch das blitz-scaling erzwungene Geschwindigkeit in der Entwicklung, bei der man im Wochentakt immer neue Iterationen von hyper-potenter Software an nahezu alle Menschen gleichzeitig ausrollt, Kriegsparteien und Unternehmensberater nicht ausgeschlossen. Dass dabei die (moralisch, nicht börsianisch) gebotene Sorgfaltspflicht unter die Räder gerät, dürfte gesetzt sein. Was die beiden Platzhirsche durchaus zugeben, ist, dass sie nicht mehr genau wissen, was ihre Software da so macht und kann, während sie ungerührt Menschen jeden Alters Zugriff darauf geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und ja, da darf man sich durchaus Sorgen machen, aber nicht vor dem Geist in, sondern dem Geist vor der Maschine.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Also, nein, &amp;lsquo;KI&amp;rsquo; per se wird die Menschheit nicht auslöschen. Sollte die Menschheit durch etwas Technisches, Menschengemachtes ausgelöscht werden, dann werden das schon Menschen mit niederen (typischerweise finanziellen) Interessen verursacht haben.&lt;/p&gt;&#10;</description></item><item><title>Deutschland, und nun?</title><link>https://folgend.es/2026/09/deutschland-und-nun/</link><pubDate>Wed, 09 Sep 2026 09:10:00 +0200</pubDate><author>Marlene</author><category>Politik</category><guid>https://folgend.es/2026/09/deutschland-und-nun/</guid><description>&lt;p&gt;Nun ist am Sonntag also das passiert, was die Umfragen schon seit längerem vorhergesagt haben, das, was, so schmerzlich es ist, vielleicht sogar unvermeidlich war: Die AfD ist stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt geworden. Zwar ohne absolute Mehrheit, aber doch auf historischem Hoch – und mit historischem Tief für die CDU. Der Auftrag zur Regierungsbildung liegt, auch das schmerzlich zu bemerken, bei der AfD. Wie es weitergeht, ist zu diesem Zeitpunkt ungewiss.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich schreibe diesen Text nicht, um einen weiteren Erklärungsversuch für den Erfolg der AfD beizusteuern. Ich schreibe diesen Text, weil ich mir die Frage stelle, wie all jene unter uns, die die AfD nicht wählen, nun weitermachen können oder vielleicht auch weitermachen sollten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Noch immer ist es die Mehrheit der Menschen in diesem Land, die eine AfD-geführte Regierung im Bund nicht will – auch wenn das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt vor allem als eine Reaktion auf die Bundespolitik zu verstehen ist. Und doch: Laut aktuellen Antworten auf die Sonntagsfrage käme die AfD bei der nächsten Bundestagswahl „nur“ auf 27 Prozent der Stimmen. Damit wäre sie zwar stärkste Kraft, doch bleibt, wie gesagt, klar: Die Mehrheit der Deutschen will die AfD auf Bundesebene nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das beruhigt mich, noch. Allerdings ist die AfD seit April gemäß der genannten Umfrage &lt;em&gt;konstant&lt;/em&gt; die Partei mit den meisten Stimmen. Wie sich dieser Trend entwickelt? Auch das ungewiss. Unwahrscheinlich ist es jedoch nicht, dass die AfD ihre Zustimmungswerte auch künftig weiter steigern kann. Denn die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung ist, ob gerechtfertigt oder nicht, schließlich so groß wie nie und die Krisen, die es zu bewältigen gilt, sind es nicht minder.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zurück also zu der Frage, was wir als Einzelne tun können, wenn wir etwas dazu beitragen möchten, dass die AfD nicht weiter erstarkt. Ich glaube, dass wir auch im Kleinen und Alltäglichen in diese Richtung wirken können. Dabei will ich zwei Dinge ganz klar vorwegschicken: Sicherlich liegt der größte Hebel gegen eine wachsende AfD in der Politik, etwa im Umgang der Politikerinnen und Politiker mit den Wählenden. Und natürlich wird sich nicht jeder Mensch, der die AfD wählt, von dir und mir von etwas anderem überzeugen lassen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Einige dieser Menschen haben sich in der AfD-Ideologie – vielleicht vollständig und für immer – verloren. Doch es gibt auch Menschen, die dort gerade feststecken, aus diversen Gründen, die, in Ruhe betrachtet, zu dem folgerichtigen Ergebnis, eben diesem Feststecken, führen mussten. Und es gibt Menschen, die noch auf der Kippe stehen. Um diese beiden Gruppen von Menschen, die Feststeckenden und die auf der Kippe Stehenden, geht es mir. Selbstverständlich mache ich hier ein Gegeneinander auf, - wir und die, „richtig“ und „falsch“; auch das, ich fürchte, folgerichtig. Deutschland ist inzwischen ein gespaltenes Land. Als Demokratin und Demokrat muss es aber unser Ziel sein, Brücken zu bauen, die den Spalt überwindbar machen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Beginnen sollten wir dazu bei uns selbst, mit einem kritischen Blick auf unsere Grundeinstellung: Sind wir noch in der Lage und sind wir willens, unserem Gegenüber freundlich und empathisch zu begegnen, auch dann, wenn wir dessen Meinungen und Ansichten nicht teilen? Können wir dem oder der anderen noch richtig zuhören und sind wir offen für dessen oder deren Sorgen und Nöte? Und was ist generell mit unserem Umgangston? Im Privaten, aber auch im digitalen und im öffentlichen Raum? Überall da, wo ich Unbekannte oder Andersdenkende treffe? Ich würde behaupten, dass wir hier alle schon einmal besser, meint: freundlicher, offener waren. Ich bin davon überzeugt, dass jeder und jede einzelne von uns durch eine offene und freundliche Einstellung gegenüber unseren Mitmenschen zu einem besseren Klima innerhalb der Gesellschaft beitragen kann, etwa durch bewusstere Wortwahl in den sozialen Medien. Das ist Arbeit, aber ich bin überzeugt, dass sich diese Arbeit lohnt. Denn ehrlich: Wem helfen Aussagen wie „Merz leck Eier“?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch das allzu reflexhafte Abstempeln „Du wählst AfD? Du musst ein Idiot/Nazi sein“ braucht mehr Differenzierung. Nicht alle, die die AfD wählen oder mit ihr sympathisieren, sind Idioten oder rechtsextrem, ebenso wenig wie es alle AfD-Mitglieder sind. Ich möchte die AfD mit diesem Satz nicht normalisieren oder kleinreden, auch mir wird schlecht, wenn ich Wortmeldungen einiger ihrer Mitglieder und Anhänger höre. Trotzdem glaube ich, dass das Verallgemeinern der falsche Weg ist. Es verhindert das genaue Hinsehen. Es ist die Reduktion von Komplexität, die der Sache unangemessen ist. Und es ist eine Analogie zu rechtsextremen Gedankengängen wie „Du bist Geflüchteter? Du musst Terrorist sein“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viele Menschen, die die AfD wählen, sind gesellschaftlich abgehängt, schlecht eingebunden. Viele von ihnen haben Existenzängste. Viele von ihnen wurden eingefangen durch propagandistische Reels und Rauschreden, deren Verfasser auf Emotionen statt Argumente setzen und den Ängste der Menschen mit falschen Versprechungen begegnen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun kann man sagen, dass die Menschen, die den einfachen Antworten glauben, einfach zu dumm, zu unreflektiert sind. Doch wie soll jemand, der sich den ganzen Tag in einer Echokammer, ob nun im digitalen oder im realen Raum, aufhält, von selbst auf andere Gedanken kommen? Insbesondere dann, wenn diese Person vielleicht nicht über einen gewissen Bildungsstand verfügt?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Genau darum dürfen wir nicht aufhören, miteinander zu reden. Wir dürfen nicht aufhören, zu versuchen, einander zu verstehen. Wenn möglich, sollten wir mit jenen aktiv das Gespräch suchen, die das genaue Gegenteil von dem denken, was wir denken. Auch das ist nicht leicht und verlangt uns sicher einiges ab. Doch die Alternative sind die Gräben, die immer tiefer werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Viele Menschen sind zudem bereits auf die Straße gegangen, um gegen die AfD und ihre Ideologie und für Vielfalt zu protestieren. Das halte ich für wichtig und richtig – wenn die Demonstrationen friedlich verlaufen. Denn gewaltsame Proteste führen, davon bin ich überzeugt, nicht dazu, dass AfD-Wählende ihre Meinung ändern. Im schlimmsten Fall passiert sogar das Gegenteil: Die Menschen fühlen sich in ihrer Meinung bestärkt oder weitere Menschen entscheiden sich für die Partei.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielleicht, oder sogar wahrscheinlich, führen auch friedliche Demonstrationen nicht zu einem Sinneswandel unter den AfD-Anhängern, aber sie stiften für uns andere ein Gemeinschaftsgefühl und senden nicht zuletzt an all jene ein wichtiges Signal, die von Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung betroffen sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zum Abschluss noch das Offensichtlichste, das wir als Bürgerinnen und Bürger in einer Demokratie tun können – nein, sollten: Bei der nächsten Wahl, ob im Bund oder im Land, wählen zu gehen. Den größten Zuwachs verzeichnete die AfD in Sachsen-Anhalt unter den Nichtwählenden. Wer also bei der letzten Wahl zuhause geblieben ist, künftig aber nicht von der AfD regiert werden möchte, gebe bitte beim nächsten Mal seine/ihre Stimme ab. Es steht viel auf dem Spiel.&lt;/p&gt;&#10;</description></item><item><title>Über Muße</title><link>https://folgend.es/2026/09/ueber-musse/</link><pubDate>Thu, 03 Sep 2026 09:00:00 +0200</pubDate><author>Marlene</author><category>Muße</category><category>Philosophie</category><category>Gesellschaft</category><guid>https://folgend.es/2026/09/ueber-musse/</guid><description>&lt;p&gt;Seit ich mir seit einigen Wochen die Frage stelle, was mich daran hindert, eine Routine im Schreiben zu etablieren, kommt mir immer wieder das Wort „Muße“ in den Sinn. Muße im antiken Sinne als die Zeit, die ich mit kreativen, intellektuellen oder charakterbildenden Tätigkeiten verbringen kann. In meinem Fall das Nichtvorhandensein dieser Zeit. Oder, nicht ganz so absolut, doch immerhin ein „zu wenig davon“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Muße hatte schon immer etwas mit Privilegiertheit zu tun. Denn schließlich konnten sich ja bereits im alten Rom und im antiken Griechenland nur jene Menschen Muße, lateinisch &lt;em&gt;otium&lt;/em&gt;, erlauben, die, etwa, nicht in Sklavenarbeit gefangen waren. Menschen also, die gesellschaftlich besser gestellt waren als andere. Menschen, die sich um bestimmte Dinge nicht kümmern mussten, weil andere diese Aufgaben für sie übernommen haben. Daran hat sich, kaum überraschend, auch im Laufe der Zeit wenig geändert. Denn wer den Hauptteil seines Tages mit harter körperlicher oder Care-Arbeit, lateinisch &lt;em&gt;negotium&lt;/em&gt;, verbringt oder verbringen muss, hat folgerichtig wenig Zeit und/oder wenig Ressourcen, um sich in der freien Zeit der Muße zu widmen. Denn sich kreativ oder intellektuell zu betätigen, benötigt schließlich auch Kraft.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich selbst würde mich zwar als in gewisser Hinsicht privilegiert betrachten - ich arbeite in Teilzeit, verdiene genug, habe zwei Nachmittage pro Woche frei, weil meine Tochter dann von ihrem Papa betreut wird - und doch fehlt mir oft die Zeit für Muße. Denn neben der Arbeit und der Kinderbetreuung stehen ja außerdem Pflichten rund um den Haushalt auf dem Plan. Auch Sport respektive Bewegung dürfen, zumindest für mich, nicht zu kurz kommen, damit ich mich wohlfühlen kann. Ach, und was ist eigentlich mit dem sozialen Leben? Zeit für Freunde und Familie?&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich am Ende eines Tages, der um 5:30 Uhr beginnt und um 20 Uhr endet, noch anfangen möchte, einen Text zu schreiben, scheitere ich meist gnadenlos. Es bleibt also meist nur ein Nachmittag in der Woche, den ich mit Schreiben verbringen kann. Bin ich dann auch immer in der Stimmung dafür? Natürlich nicht. Hilft es, wenn ich mich dann dazu zwinge? Manchmal.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wenn ich selbst nicht mehr kreativ tätig werden kann, versuche ich meine freie Zeit mit Literatur, Filmen, Musik oder Nachdenken zu verbringen. Aber manchmal scrolle ich auch einfach nur sinnbefreit auf meinem iPhone rum. Schäme ich mich dann? Na klar. Habe ich dann noch die Kraft, mich gegen die Trägheit zu wehren? Nicht immer.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ja, Muße hatte schon immer etwas mit Privilegiertheit zu tun. Aber genau das sollte nicht so sein. Denn es ist schlichtweg ungerecht - und in einer von Hyperkapitalismus und rechten Fliehkräften bedrohten Welt vielleicht sogar gefährlich. Jeder Mensch braucht Muße. Und damit meine ich nicht nur Zeit zum Schreiben. Sondern eben auch Zeit, über sich selbst nachzudenken und sich weiterzubilden. Denn das trägt nicht zuletzt auch dazu bei, uns zu mündigen, reflektierten, selbst denkenden Menschen zu machen. Und genau danach sollten wir jetzt ganz besonders streben.&lt;/p&gt;&#10;</description></item><item><title>Job Beruf Berufung</title><link>https://folgend.es/2026/09/job-beruf-berufung/</link><pubDate>Thu, 03 Sep 2026 08:30:00 +0200</pubDate><author>Dirk</author><category>Zukunft</category><category>Job</category><guid>https://folgend.es/2026/09/job-beruf-berufung/</guid><description>&lt;p&gt;Ich habe vor einiger Zeit mal gesagt: &amp;ldquo;Den Job, den ich jetzt mache, hat es nicht gegeben, als ich angefangen habe, und es wird ihn vielleicht nicht mehr geben, wenn ich aufhöre.&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Damals habe ich das mehr im Spaß gesagt. Jetzt sieht es so aus, als ob das Wirklichkeit würde. Als ich beruflich anfing, gab es das World Wide Web noch nicht und ergo auch keine Entwickler, die für das WWW entwickeln konnten (und programmieren konnte man es erst später). Diese Entwickler gibt es zwar nach wie vor, aber im Moment läuft alles darauf hinaus, dass diese Tätigkeiten in einigen Jahren nicht mehr von Menschen ausgeführt werden.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Grund dafür ist, dass die besten Entwickler der Welt nicht mehr vornehmlich daran arbeiten, uns Werbung zu verkaufen, sondern jetzt alles daran setzen, sich selbst abzuschaffen. Das muss man nicht gut finden, aber verhindern wird man das wohl nicht können.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Zeiten, in denen man mit 16 beim Bosch mit der Ausbildung anfängt und mit 65 Jahren beim Bosch aufhört, sind schon länger vorbei. Dass komplette Berufe auftauchen und innerhalb einer Generation wieder verschwinden, ist neu.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die heutigen Kinder und Jugendlichen werden sich darauf vorbereiten müssen, mehrmals im Leben zu pivotieren - was auch immer ein Pivot dann bedeutet. &amp;lsquo;Lebenslanges Lernen&amp;rsquo;, wie es bisher hieß, wird nicht mehr nur wünschenswert sein, sondern eine Überlebensstrategie und wahrscheinlich wird es auch nicht ausreichen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und vielleicht wichtiger: Es braucht Eltern, die solche Strategien vermitteln können. Gutes Gelingen!&lt;/p&gt;&#10;</description></item><item><title>Neue Gewohnheiten</title><link>https://folgend.es/2026/08/neue-gewohnheiten/</link><pubDate>Wed, 19 Aug 2026 09:00:00 +0200</pubDate><author>Marlene</author><category>Meta</category><guid>https://folgend.es/2026/08/neue-gewohnheiten/</guid><description>&lt;p&gt;Seit drei Wochen bin ich daran, zwei neue Gewohnheiten zu entwickeln: Laufen und Schreiben. Geschrieben habe ich vorher schon täglich für einen Tech-Blog, Laufen gehen hatte ich seit meiner Jugend als schlimmstmögliche sportliche Betätigung überhaupt abgespeichert. Trotzdem wollte ich letzteres versuchen und bei ersterem, jetzt im Rahmen unseres eigenen Blogs, dranbleiben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nun würde man sicher annehmen, dass es mir schwerer fallen würde, eine regelmäßige Laufpraxis zu entwickeln und beizubehalten, wohingegen sich eine solche Schreibpraxis gewissermaßen von selbst etablieren würde. Ich spoilere: Es ist genau andersherum.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Als Dirk und ich uns dazu entschieden haben, folgend.es ins Leben zu rufen, war ich höchst motiviert, voller Tatendrang und Selbstvertrauen. Regelmäßig einen Text schreiben, einmal pro Woche oder vielleicht sogar häufiger, erschien mir mehr als möglich. Schließlich hatte ich ja während meiner Zeit als Bloggerin meist zehn kurze bis mittellange Texte pro Woche veröffentlicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich sammelte Themen, begann den ersten Text, dann den zweiten, dann einen dritten, aber fertig wurde keiner dieser Versuche. Immer wieder scheiterte ich an meinem eigenen Anspruch, hielt alles was ich schrieb für Allgemeinplätze oder nicht durchdacht genug. Ich wurde immer verkopfter und operierte immer weiter an den Texten herum, ohne die OP letztlich zufriedenstellend abzuschließen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und dann passierte das, was immer passiert, wenn ich bei einem Text nicht weiter komme: Ich schmiss hin. Nur für mich, Dirk wusste nichts von seinem „Glück“. Aber ich dachte: Du kannst es auch einfach lassen. Du hast ohnehin nicht genug Zeit für diese Arbeit und hast du überhaupt genug Kraft? Und genug Können? Erspare dir den Stress. Davon hast du sowieso genug.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gleichzeitig begann ich mit dem Laufen. Meine beste Freundin aus Kindertagen, mit der ich mich während der Schule durch Cooper-Test und Co. gequält habe, hatte mir erzählt, dass sie inzwischen regelmäßig laufen gehe, auch mal zehn Kilometer am Stück. Und das auch noch gerne. Wie sie das geschafft habe, wollte ich wissen. Mit Intervalltraining, sagte sie. Weiterhin nichts für mich, erklärte ich.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ein paar Tage lang gärte der Gedanke in mir. 10 Kilometer laufen. Man muss verrückt sein. Doch irgendwie reizte es mich doch, dieses Intervalltraining einmal auszuprobieren. Ich startete mit einer Minute Laufen und einer Minute Gehen für insgesamt 24 Minuten, dazu fünf bis zehn Minuten Warm-Up und Cooldown, das Ganze dreimal pro Woche.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Schon bei meinem ersten Lauf war ich positiv überrascht: Ich kam gut zurecht. Offenbar hatte meine Fitness doch noch nicht so stark gelitten, wie ich befürchtet hatte. Und ich hatte sogar Spaß dabei. Keine Spur von den grausamen Schmerzen in Muskeln und Atemwegen, wenn man, wie ich früher, direkt von null auf 15 Minuten Durchlaufen kommen wollte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Inzwischen bin ich in Woche drei angekommen, laufe nun zwei Minuten und gehe anderthalb. Ich steigere mich langsam, ganz im Sinne des Intervalltrainings, und bleibe dran. Meine Lauftage sind festgelegt, die Zeit eingeteilt, ab und zu bellt der Schweinehund, aber bislang habe ich mich noch immer auf die Strecke begeben. Danach das Erfolgserlebnis, Dopamin-Flow.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Gestartet bin ich ohne Erwartungen, vielleicht mit Vorstellungen davon, wie sich Laufen gehen für mich anfühlen würde (schlimm). Und jetzt laufe ich einfach, in meinem Rhythmus, in meinem Tempo, zwar auch mit gewissen Erwartungen (das nächstgrößere Intervall bewältigen), aber immer noch mit Freude und ganz ungezwungen, auch wenn es anstrengend wird.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Schreiben hingegen fühlte sich zuletzt nur noch wie ein Kampf an. Ein innerer Kampf natürlich. Ein Ringen um das richtige Wort, ein Suchen nach Formulierungen, die das ausdrücken, was ich sagen möchte. Immer wieder der Irrglaube: Wenn ich nicht auf Anhieb den Satz, den Text geschickt zu Ende bringen kann, bin ich nicht zum Schreiben gemacht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Doch Schreiben ist Anstrengung, ist Kampf. Nicht nur für mich, auch für die ganz Großen unter den Autoren, wie man weiß. Was braucht es also, um diese Herausforderung zu meistern? Routine und Routinen. Disziplin und Durchhaltevermögen. Dranbleiben, auch wenn es schwer wird. Binsenweisheiten beinahe, ich weiß, Yogi-Tee-Sprüche. Und doch: Nur so kann etwas entstehen. Indem man weitermacht, indem man wieder anfängt, wenn man aufgehört hat. Indem man sich Routinen schafft, die stimmig sind.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und es braucht die Abkehr von dem Gedanken, Anstrengung sei etwas Schlechtes, etwas das zeigt, dass man nicht gut genug ist. Texte können nur durch Arbeit entstehen, und das ist eben nicht selten auch harte Arbeit. Doch es ist auch eine schöne Arbeit, eine bereichernde Arbeit, eine äußerst befriedigende Arbeit. Eine Arbeit, bei der man sehr viel über sich selbst lernen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Nach drei Wochen also steht hier nun endlich ein fertiger Text. Ein Erfolgserlebnis, Dopamin-Flow. Jetzt muss ich den nächsten Schritt meistern: Dranbleiben. Dieser Blog – nun also künftig Zeugnis dessen, ob das geklappt hat.&lt;/p&gt;&#10;</description></item><item><title>Der Spotlight Effekt</title><link>https://folgend.es/2026/07/spotlight-1/</link><pubDate>Wed, 22 Jul 2026 18:30:00 +0200</pubDate><author>Dirk</author><category>Psycho</category><guid>https://folgend.es/2026/07/spotlight-1/</guid><description>&lt;p&gt;Der &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Spotlight-Effekt" target="_blank" rel="noopener"&gt;Spotlight Effekt&lt;span class="ext" aria-hidden="true"&gt;↗&lt;/span&gt;&lt;span class="visually-hidden"&gt; (öffnet in neuem Tab)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&#10; beschreibt ein Phänomen, bei dem Menschen die Aufmerksamkeit auf die eigene Person im positiven oder im negativen falsch einschätzen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dieser Effekt ganz schön zulangen kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="es-war-einmal"&gt;Es war einmal&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;dass ich zu einem Vortrag eingeladen wurde, in einer fernen Stadt, weit, weit weg (Düsseldorf), um über eine neue Technologie zu berichten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Zu diesem Zeitpunkt trug ich noch Anzüge und hatte ein kräftiges Übergewicht um die 100 Kilo.&lt;/p&gt;&#10;&lt;!-- Und einen noch nicht diagnostizierten Bluthochdruck. --&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich hatte mich gut informiert, eine gute Präsentation vorbereitet und legte vor den Gästen los. Etwa auf der Hälfte der Präsentation wurde ich nervös und bekam ein Schweißausbruch; durch diesen Schweißausbruch wurde ich nervöser und bekam einen weiteren Schweißausbruch. Man ahnt, wo die Reise hinging.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="wenn-es-regnet-regnet-es"&gt;Wenn es regnet, regnet es&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Ausrichter der Veranstaltung (nennen wir ihn Stefan, ein wirklich netter Mensch!) bemerkte das, verschwand zum Buffet und kam mit zwei Dutzend Servietten zurück, die er mir ans Rednerpult legte. Jetzt war quasi dokumentiert, dass jeder im Saal meinen Zustand mitbekommen hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ich riss mich zusammen, arbeitete mich durch meinen Vortrag, schloss ihn schließlich ab, bekam Applaus, verließ das Rednerpult, verabschiedete mich und fuhr nach Hause, mit dem festen Willen dieses ganze Ereignis möglichst schnell zu vergessen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Veranstalter war so begeistert von meinem Vortrag, dass er mir die Video-Aufnahme des Vortrags im Nachgang zuschickte. Vielen Dank dafür.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="ein-spätes-wiedersehen"&gt;Ein spätes Wiedersehen&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Gute 15 Jahre später traf ich Stefan bei einem Event wieder. Wir erkannten uns, begrüßten uns, scherzten über die guten alten Zeiten.&#10;Plötzlich sah er jemanden, fasste mich am Arm und zog mich zu seinem Bekannten hinüber mit den Worten:&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;&amp;ldquo;Das ist der Dirk! der hat damals den ersten Vortrag zum Thema [HYPETECH HERE] bei uns gehalten und der war ganz hervorragend!&amp;rdquo;&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Mir wurde zu dem Zeitpunkt bewusst, dass der aus meiner Sicht peinlichste Vortrag, den ich jemals gehalten hab, genau nur für eine Person peinlich war: für mich und für niemand anderen.&lt;/p&gt;&#10;</description></item><item><title>Warum Hugo und kein Baukasten</title><link>https://folgend.es/2026/07/warum-hugo/</link><pubDate>Wed, 22 Jul 2026 18:30:00 +0200</pubDate><author>Dirk</author><category>Meta</category><category>Werkzeug</category><guid>https://folgend.es/2026/07/warum-hugo/</guid><description>&lt;p&gt;Marlene hat gefragt, warum wir das nicht einfach bei einem der üblichen&#10;Anbieter anlegen. Faire Frage — das wäre an einem Nachmittag erledigt gewesen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Meine Antwort besteht aus drei Punkten.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="die-beiträge-sind-textdateien"&gt;Die Beiträge sind Textdateien&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Was wir schreiben, liegt als Markdown auf der Platte. Kein Export nötig, kein&#10;Datenbank-Dump, kein Account, der abläuft. Wenn dieses Projekt in fünf Jahren&#10;einschläft und wir es 2033 wieder ausgraben, sind die Texte immer noch Texte.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dieser Beitrag beginnt zum Beispiel so:&lt;/p&gt;&#10;&lt;div class="highlight"&gt;&lt;pre tabindex="0" class="chroma"&gt;&lt;code class="language-toml" data-lang="toml"&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="err"&gt;+++&lt;/span&gt;&#10;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="nx"&gt;title&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;=&lt;/span&gt; &lt;span class="s1"&gt;&amp;#39;Warum Hugo und kein Baukasten&amp;#39;&lt;/span&gt;&#10;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="nx"&gt;date&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;=&lt;/span&gt; &lt;span class="ld"&gt;2026-07-22T18:30:00+02:00&lt;/span&gt;&#10;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="nx"&gt;authors&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;=&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;[&lt;/span&gt;&lt;span class="s1"&gt;&amp;#39;Dirk&amp;#39;&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;]&lt;/span&gt;&#10;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="nx"&gt;tags&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;=&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;[&lt;/span&gt;&lt;span class="s1"&gt;&amp;#39;Meta&amp;#39;&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;,&lt;/span&gt; &lt;span class="s1"&gt;&amp;#39;Werkzeug&amp;#39;&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;]&lt;/span&gt;&#10;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="nx"&gt;draft&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;=&lt;/span&gt; &lt;span class="kc"&gt;true&lt;/span&gt;&#10;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="err"&gt;+++&lt;/span&gt;&#10;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Mehr Struktur braucht es nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="die-seite-ist-statisch"&gt;Die Seite ist statisch&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Am Ende steht ein Ordner mit HTML-Dateien. Den kann man auf so ziemlich alles&#10;kopieren, was HTTP spricht. Nichts läuft im Hintergrund, nichts muss gepatcht&#10;werden, nichts kann gehackt werden. Der Build dauert ein paar Millisekunden:&lt;/p&gt;&#10;&lt;div class="highlight"&gt;&lt;pre tabindex="0" class="chroma"&gt;&lt;code class="language-bash" data-lang="bash"&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;hugo server -D &lt;span class="c1"&gt;# lokal, mit Entwürfen&lt;/span&gt;&#10;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;hugo &lt;span class="c1"&gt;# baut nach ./public/&lt;/span&gt;&#10;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;&lt;/div&gt;&lt;h2 id="das-aussehen-gehört-uns"&gt;Das Aussehen gehört uns&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Theme hier sind ein paar Templates und eine CSS-Datei — zusammen keine&#10;600 Zeilen. Kein fremdes Framework, kein Update, das uns das Layout zerlegt.&#10;Wenn dir die Farbe nicht gefällt, ändern wir eine Zeile.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der Preis dafür: es gibt keinen Editor im Browser. Schreiben heißt Datei&#10;anlegen. Für uns beide ist das kein Verlust — für andere wäre es einer, und&#10;das ist völlig in Ordnung.&lt;/p&gt;&#10;</description></item><item><title>Wir fangen einfach an</title><link>https://folgend.es/2026/07/wir-fangen-einfach-an/</link><pubDate>Mon, 20 Jul 2026 09:00:00 +0200</pubDate><author>Marlene</author><category>Meta</category><guid>https://folgend.es/2026/07/wir-fangen-einfach-an/</guid><description>&lt;p&gt;Nein, eigentlich fangen wir nicht „einfach“ an. Zumindest nicht, wenn man „die ganze Geschichte“ kennt. Denn wir beide, namentlich Dirk und Marlene, haben schon öfter die Idee gehabt, unsere Gedanken in Blogform zu gießen. Jede/r für sich. Und auch schon gemeinsam. Bislang ist das über vereinzelte Versuche nicht hinaus gegangen. Ich könnte hier jetzt alle Gründe anführen, warum das so gewesen ist. Gründe, die wir uns vielleicht auch selbst gern erzählt haben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Letztlich läuft es im Kern wohl auf eine gewisse Befangenheit hinaus, die eigenen Gedanken aufzuschreiben und mit „der Welt“ zu teilen. Die Hürde, die es dabei zu überwinden gilt: Sich beim Schreiben nicht für unendlich einfältig zu halten. Weil wir diese Hürde bislang nicht jede/r für sich nehmen konnte, versuchen wir es nun gemeinsam.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="was-hier-stehen-wird"&gt;Was hier stehen wird&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Thematisch sind wir (noch) nicht festgelegt. Darum der alles andere als minimalistisch anmutende Titel unseres Blogs. Natürlich haben wir beide einige Lieblingsthemen oder -felder, in denen wir uns bewegen. Bei mir sind das – in ungeordneter Reihenfolge - Literatur, Film, (Internet)Kultur, Medien, Kommunikation und Psychologie. Bei Dirk Coding, Games, KI und Musik.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wie oft wir veröffentlichen? Wir werden sehen. Wenn etwas fertig gedacht ist, steht es hier. Wenn nicht, dann nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;h2 id="wie-man-uns-auseinanderhält"&gt;Wie man uns auseinanderhält&lt;/h2&gt;&#10;&lt;p&gt;Jeder Beitrag trägt links den Namen und eine Farbe. Meine ist himbeerrot, Dirks ist petrol. Das ist die einzige Stelle, an der diese Seite Farbe benutzt — alles andere ist schwarz auf Papier.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Wer lieber mitliest, ohne vorbeizuschauen: es gibt einen &lt;a href="https://folgend.es/index.xml"&gt;RSS-Feed&lt;/a&gt;&#10;.&lt;/p&gt;&#10;</description></item></channel></rss>